Definitionen von Emotionen und Gefühlen und der Unterschied zwischen beiden, aus Sicht der Emotionspsychologie:

Emotionen haben subjektive erfahrbare (Gefühle) und objektiv erfassbare Komponenten, die zielgerichtetes Verhalten begleiten bzw. fördern, dass dem Organismus eine Anpassung seiner Lebensbedingungen ermöglicht (Brandstätter et al. 2013).

Einfach ausgedrückt: Gefühle sind der Teil einer Emotion, den wir fühlen können. Insgesamt besteht eine Emotion aus fünf Komponenten (siehe unten). Emotionen ermöglichen dem Menschen sich an seinen Lebensraum anzupassen, weil Emotionen der Umwelt eine Bedeutung geben. Außerdem wird jedes zielgerichtete Verhalten (eine Motivation) von einer Emotion begleitet.

 

Die 5 Komponenten einer Emotion

  1. Subjektive Komponente (Gefühl)
  2. Kognitive Komponente (Wahrnehmung & Deutung)
  3. Kommunikative Komponente (Mimik, Gestik, Stimmlage)
  4. Physiologische Komponente (Herz- und Atemfrequenz, Anpassung der Blutgefäße)
  5. Motivationale Komponente (Energie, verhaltensvorbereitend)

 

Erklärung der 5 Komponenten

Der Zusammenhang dieser fünf Komponenten wird weiter unten noch besprochen, aber zunächst werden die Komponenten genauer erklärt.

 

Gefühl

Das Gefühl ist die einzige subjektive Komponente der Emotion. Diese Gefühle sind der Grund für menschliches Handeln, also für die Motivation.

 

Wahrnehmung & Deutung

Eine Emotion ist immer objektgebunden, das heißt eine Emotion entsteht niemals einfach so. Es gibt immer ein Objekt, auf das sich diese Emotion bezieht. Beispielsweise hat man Angst vor etwas, man freut sich über etwas oder man ärgert sich über etwas.

Damit eine Emotion entstehen kann, muss man zuerst ein Objekt wahrnehmen (bewusst oder unbewusst). Diese Objekte können reale Objekte in der Umgebung sein, aber es können auch Gedanken oder in Zukunft auftretende Situationen sein.

Nur wenn diese Objekte in irgendeiner Form eine Bedeutung für uns haben, nehmen wir sie überhaupt wahr und können somit eine Emotion in uns auslösen. Man könnte auch sagen nur motivational relevante Objekte lösen Emotionen aus.

 

Kommunikation

Die subjektive Komponente der Emotion, das Gefühl, spiegelt sich in der Mimik, Gestik und der Stimmlage wider. Emotionen dienen also auch der Kommunikation. Dies dient der Arterhaltung. Unsere Vorfahren könnten die Emotionen ihrer Mitmenschen wie eine Art Rückspiegel verwenden. Hält man sich in freier Wildbahn in einer Gruppe auf, kann man anhand des Gesichtsausdrucks der anderen erkennen, ob eine Gefahr droht oder ein anderes wichtiges Ereignis abläuft.

 

Anpassung des Körpers

Der Körper passt sich auf die aktuelle oder anstehende Situation an, dies gehört zu einer Emotion. Beispielsweise erhöht sich bei Gefahren die Herzfrequenz und die Blutgefäße erweitern sich. Dies dient der Verhaltensvorbereitung des Körpers.

 

Motivation

Jeder Motivation liegt eine Emotion zugrunde, d.h. jede unserer Handlungen zielt darauf ab das emotionale Befinden zu verbessern oder zu vermeiden. Ekelt man sich beispielsweise von etwas, motiviert diese Emotion das Verhalten der Zurückweisung. Hat man Angst vor etwas motiviert dies Vermeidung. Freut man sich auf etwas motiviert dies eine Annährung.

 

Der Zusammenhang der 5 emotionalen Komponenten und wie Emotionen entstehen

Emotionen
Das Bild zeigt wie Emotionen entstehen (lila), wie wir sie erleben (orange) und was sie bewirken (grün).

 

Damit eine Emotion entstehen kann, braucht es die Physiologische (Körperliche Veränderung) und die kognitive Komponente (man muss diese körperliche Veränderung einem Objekt zuschreiben). Aus diesen beiden Komponenten entsteht dann die subjektive Komponente, das Gefühl. Dieses Gefühl bewirkt zwei Dinge. Erstens regt es die kommunikative Komponente an, also Körpersprache und Stimmlage. Und zweitens wirkt diese Emotion motivational, man beginnt auf diese Emotion zu reagieren.

 

Die Entstehung einer Emotion in einzelne Schritte heruntergebrochen

Schritt 1: Der Körper zeigt Symptome (z.B. schnellerer Atmung) + es gibt ein Objekt in der Umwelt, dem man diese Veränderung zuschreiben kann (z.B. ein Säbelzahntiger)

Schritt 2: Das Gefühl entsteht (z.B. Angst)

Schritt 3: Das Gefühl spiegelt sich in der Mimik, der Gestik und in der Stimmlage wider. (z.B. ein ängstliches Gesicht machen).

Schritt 4: Da das Gefühl negativ ist, wird versucht es zu beseitigen. (Es gibt 3 Arten des Angst vermeidendes Verhaltens: Die Schockstarre, Flucht und Angriff bzw. Aggression)

 

 

Siehe auch: Emotionsregulation.

 

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