Folgender Abschnitt beschreibt anhand der Emotionspsychologie, wie man Emotionen regulieren kann. Für den besseren Umgang mit Emotionen.

 

Die 5 Punkte, an denen du eine Emotion regulieren kannst

Zuerst werden die Methoden vorgestellt. Unten im Fazit wird noch erklärt, welche Methode sich am besten zur Emotionsregulation eignet.

 

  1. Auswahl der Situation

Wenn du in bestimmten Situationen eine Emotion empfinden, die du lieber nicht empfinden möchtest, kannst du die Situation ganz einfach meiden. Dies ist nicht gerade die beste und gesündeste Methode, aber es ist eine Methode der Emotionsregulation.

 

  1. Veränderung der Situation

Jede Situation in der du dich befinden, gestaltest du selbst mit. Du bist ein Teil der Situation. Wenn du dich z.B. in einem Warteraum aufhältst und dir langweilig ist oder du dich vor dem Termin, auf den du wartest, fürchtest (z.B. Arztbesuch), kannst du dich mit den anderen Wartenden unterhalten oder mit jemanden telefonieren. Dem Arzt kannst du vor deiner Furcht erzählen, diese kleinen Veränderungen der Situation helfen zwar bei der Emotionsregulation, aber es gibt noch effektivere Methoden.

 

  1. Kontrolle der Aufmerksamkeit

Im Artikel über Emotionen wurde erklärt, dass Emotionen ein Bezugsobjekt brauchen um entstehen zu können. Dieses Bezugsobjekt kann auch ein Gedanke sein. Nehmen wir das Beispiel des Arztbesuchs. Personen die sich davor fürchten, konzentrieren sich auch meist noch auf die aktuelle Situation. Während des Wartens denken sie an die Behandlung und während der Behandlung konzentrieren sie sich auch auf die Behandlung. Die Furcht hat somit zwei Bezugsobjekte, einmal die Situation selber und die Gedanken an die Situation. Da man immer nur eine Emotion erleben kann und nicht zwei gleichzeitig, können Sie das Bezugsobjekt der Gedanken für eine andere Emotion nutzten. Mit etwas Gedankenkraft kannst du die unliebsamen Emotionen überspielen. Du musst dich nur so sehr auf eine Situation fokussieren (die dir positive Emotionen beschert), dass du die aktuelle Situation (die Furcht auslösende) nicht mehr als Bezugsobjekt bemerken.

 

  1. Interpretation der Situation (Neubewertung, intellektualisieren, Leugnung)

Wieder das Beispiel Arztbesuch. Du gehst natürlich zum Arzt, wenn du irgendein gesundheitliches Problem hast. Anstatt die Situation der Behandlung als eine gefährliche Situation zu betrachten, in der Sie sich fürchten, können Sie die Situation auch als die Lösung ihres Problems betrachten: „Ich bin nicht hier um mich zu fürchten, sondern um mein Problem loszuwerden und mich nach der Situation wieder gesund zu fühlen.“  -> Neubewertung

Du kannst die Situation auch als einen Traum interpretieren in dem du nur “übst“ wie es beim Arzt sein wird. Denke an alles, nur nicht daran, dass die Situation real ist. -> Leugnung

Die dritte und meine persönliche Lieblingsmethode ist das intellektualisieren der Situation. Man interpretiert die Situation einfach, als eine Situation in der man etwas lernt. Man versucht sich so viel zu merken wie es nur geht und denkt dabei nicht mal an sich selber, nur auf die Informationen, die man erhält.

Anmerkung

Diese drei Methoden der Interpretation der Situation eignen sich am besten zum Regulieren von Emotionen. Dies wurde z.B. in der Studie von Lazarus et al. (1965) The principle of short-circuiting of threat: Further evidence nachgewiesen.

 

  1. Kontrolle der Reaktion

Wie du bereits aus dem Artikel über Emotionen weist, haben Emotionen eine kommunikative Komponente (Mimik, Gestik, Stimmlage). Unterdrückt man diese Komponenten wird die Emotion als schwächer erlebt. Diese Art der Emotionsregulation ist aber nicht zu empfehlen, da in mehreren Studien nachgewiesen wurde, dass sich daraus Herz-Kreislauf-Probleme entwickeln können. Der Vollständigkeit halber wollte ich sie aber trotzdem auflisten.

 

Fazit: Welche Methode eignet sich am besten

Die effektivste Methode der Emotionsregulation ist die Situationsauswahl (1), aber zu empfehlen ist sie trotzdem nicht. Man reguliert so zwar seine Emotion, aber lernt nicht, wie man diese Emotion durchsteht, wenn es mal dringend ist (z.B. Arztbesuch)!

Die beste Methode, die auch zu empfehlen ist, ist die Situationsinterpretation (4). Gefolgt von der Aufmerksamkeitskontrolle (3) und der Situationsveränderung (2).

Die Methode der Reaktionskontrolle (5) ist, wegen ihrer negativen Folgen, auf keinen Fall zu empfehlen. Eine Emotion zu unterdrücken macht Sie auf Dauer krank! Keine gute Alternative.

 

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