Dieser Artikel zur extrinsischen Motivation basiert auf den aktuellen Erkenntnissen der Motivationspsychologie.

Siehe auch: Motivation

Definition

Die extrinsische Motivation beschreibt eine Handlung die darauf abzielt eine Belohnung nach der Zielerreichung zu erhalten. Der Zweck der Handlung liegt stets in der Belohnung. Auch das Vermeiden von Angst oder Schuldgefühlen wird zur extrinsischen Motivation gezählt.

 

Beispiele

Beispiel 1: Arbeiten um Geld zu verdienen

Vergleich intrinsische Motivation: Arbeiten weil es Spaß macht

 

Beispiel 2: Sport machen um Abzunehmen oder wegen des Muskelaufbaus

Vergleich intrinsische Motivation: Sport machen weil es einem Spaß macht

 

Beispiel 3: Jede Handlung die darauf abzielt eine Belohnung nach der Zielerreichung zu erhalten.

Vergleich intrinsische Motivation: Eine Handlung bei der die Handlung selbst als Belohnung gesehen wird.

 

Stufen der extrinsischen Motivation

Die extrinsische Motivation unterteilt sich in vier Stufen. Die Stufen bestimmen den Grad der Selbst- bzw. Fremdbestimmung und das Energielevel der Motivation. Diese Stufen sind die Externale, die Introjizierte, die Identifizierte und die Integrierte (siehe Abbildung).

 

Extrinsische und Intrinsische Motivation
Das Bild zeigt die 4 Stufen der extrinsische Motivation nach Deci und Ryan (1985).

 

Die schwächste Form der extrinsischen Motivation ist die Externale, dabei wird die Energie durch äußere Belohnung oder Bestrafung verursacht. Die Introjizierte Motivation entsteht, wenn eine Person ein Schuldgefühl beseitigen will oder aus Angst vor irgendetwas. Diese beiden Formen der extrinsischen Motivation werden als fremdbestimmt oder kontrolliert bezeichnet.

Die identifizierte Form der extrinsischen Motivation entsteht, wenn eine Person die Notwendigkeit einer bestimmten Handlung akzeptiert. Sie erkennt dass diese Tätigkeit ein notwendiger Schritt in Richtung Ziel ist. Wenn diese Tätigkeit mehr als nur einmal notwendig ist oder wenn sie zur Gewohnheit geworden ist, spricht man von integrierter Motivation, da die Tätigkeit voll in das Leben der Person integriert wurde. Diese beiden Formen nennt man selbstbestimmte extrinsische Motivation.

Die nächste Stufe der Motivation ist die intrinsische Motivation. Selbstbestimmte extrinsische Motivation (integriert und identifiziert) beziehen sich auf die Wichtigkeit einer Handlung. Zur Zielerreichung wichtige Handlungen werden identifiziert und ausgeübt. Wenn sie sehr wichtig für die Zielerreichung sind werden sie in das bisherige Leben integriert und mehrmals bzw. regelmäßig ausgeführt. Intrinsische Motivation dagegen entsteht nur durch Interesse, Neugier, Werten oder am Spaß an einer Tätigkeit, die Wichtigkeit spielt keine Rolle.

Die Stufen der Motivation haben auch Einfluss auf die Kreativität und auf die kognitive Flexibilität. Außerdem bestimmt die Stufe der Motivation auch ob eine Tätigkeit nur oberflächlich abgehandelt wird oder ob man sich mit der Tätigkeit tiefergehend beschäftigt. Dazu ein Beispiel: Ein Studierender, der von seinen Eltern zum Studium gedrängt würde, bezieht seine Energie aus der externalen oder aus der introjizierten Motivation. Für die Prüfungen wird er nur das nötigste lernen und nach der Prüfung wird er sich nicht weiter mit dem Stoff beschäftigen. Ein Studierender der das Studium seiner Zukunft wegen macht, sieht eine Notwendigkeit in dem Bestehen der Prüfung. Er wird das Lernen in seinen Alltag integrieren. Seine Motivation ist schon deutlich höher, allerdings verschwindet seine Motivation sobald er in der Handlung keine Notwendigkeit mehr sieht. Er ist zwar motivierter, aber er wird auch hin und wieder Motivationsprobleme haben. Ein Studierender der des Faches halber studiert, wird so gut wie nie Probleme mit der Motivation haben. Er bezieht seine Energie aus dem Studium selbst und wird auch höchstwahrscheinlich besser abschneiden als der Rest.

 

Siehe auch: Korrumpierungseffekt

 

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