Was ist eine Panikattacke

Bei einer Panikattacke treten Symptome einer sehr starken Angst auf. Betroffene beschreiben dieses Gefühl auch als Todesangst. Obwohl es keine sichtliche äußere Bedrohung gibt, ist das Gefühl der Angst so stark, dass Betroffene um ihr Leben fürchten. Leidet eine Person unter häufig auftretenden Panikattacken spricht man auch von einer Panikstörung.

Emotionen
Das Bild zeigt wie Emotionen entstehen (lila), wie wir sie erleben (orange) und was sie bewirken (grün).

 

Das Bild oben zeigt wie eine normale Emotion entsteht. Wenn eine Todesangst (oder auch jede andere Emotion) aus berechtigtem Grund entsteht und nicht aus einer Panikattacke heraus, dann geschieht das folgender Maßen. Zuerst wird die Bedrohung von der Person wahrgenommen (z.B. durch sehen, hören oder durch andere Sinne). Sobald die Person die Bedrohung wahrgenommen hat, reagiert der Körper mit entsprechender Veränderung.

Bei einer lebensbedrohlichen Gefahr wird beispielsweise das Herz sehr viel schneller schlagen, die Atemfrequenz erhöht sich, die Gliedmaßen fangen an zu zittern, man fängt an zu schwitzen und so weiter. Erst danach kommt das eigentliche Gefühl der Todesangst hinzu!

 

 

Eine Panikattacke ist eine Fehlreaktion des Körpers welche als lebensbedrohlich wahrgenommen wird

Bei einer Panikattacke gibt es eine Art Fehlreaktion des Körpers. Obwohl keine Gefahr wahrgenommen wird, zeigt der Körper Symptome, die auch bei einer lebensbedrohlichen Situation auftreten würden. Daraufhin können diese körperlichen Symptome selbst als lebensbedrohlich wahrgenommen werden.

 

Der Teufelskreis einer Panikstörung

Panikattacken
Anmerkung: Die Angst vor einer Panikattacke (Blau) tritt meist auf wenn Betroffene deinen Ort aufsuchen müssen an dem sie bereits eine Panikattacke hatten. © – Motivationswelten

 

Bei einer Panikstörung ist es oft der Fall, dass eine Angst vor der Angst entsteht. Wie im Bild oben dargestellt, fürchten sich Betroffene vor einer weiteren Panikattacke. Diese Angst vor der nächsten Angst kann sich hochschaukeln und extreme körperliche Symptome erzeugen welche wieder als lebensbedrohlich wahrgenommen werden. Die Betroffenen bekommen daraufhin wieder eine Panikattacke. Dieser Teufelskreis muss irgendwie durchbrochen werden (siehe unten).

 

Symptome einer Panikattacke

Folgende Symptome sind bei einer Panikattacke üblich. Es müssen nicht immer alle Symptome auftreten. Es reicht wenn es zwei oder drei sind um als Panikattacke zu gelten.

  • Herzrasen
  • Schmerzen in der Brust
  • Atemnot
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit
  • Zittern
  • Schwindel
  • Ohnmachtsgefühl

 

Personen berichten über ihre Panikattacken

 

 

Körperliche Erkrankungen ausschließen

Die Symptome einer Panikattacke sind grundsätzlich harmlos. Allerdings sollte sichergestellt werden, dass diese Symptome wirklich eine Panikattacke zuzuordnen sind. Suche also bitte einen Arzt auf und lass sich durchchecken, sofern du diese Symptome bei dir feststellen kannst!

 

Fehlglauben während einer Panikattacke

Während einer Panikattacke hat man die verrücktesten Vorstellungen und Erwartungen. Aber diese treffen in Wirklichkeit niemals ein. Es ist einzig und allein eine Fehlinterpretation des Gehirns, was einen diese Vermutungen glauben lässt. Die Fehlglauben bei einer Panikattacke sind:

  • Ich werde gleich Ohnmächtig
  • Ich bekomme gleich einen Herzinfarkt
  • Ich ersticke gleich
  • Ich mach mit gleich in die Hose
  • Ich werde gleich verrückt und drehen vollkommen durch
  • Ich bekomme einen Schlaganfall
  • Ich bin in Lebensgefahr
  • Ich werde sterben

Nochmal: Diese Vorstellungen während einer Panikattacke treffen in Wirklichkeit niemals ein. Es ist eine reine Fehlinterpretation des Gehirns welches versucht eine logische Erklärung für die körperlichen Symptome zu finden!

Wichtig: In vielen Fällen ist es so, dass selbst wenn einem Betroffener von einem erfahrenen Therapeuten versichert bekommt, dass diese Vorstellungen niemals Realität werden, das Gehirn des Betroffenes trotzdem eine logische Erklärung findet wieso die Vermutungen bei ihm trotzdem eintreffen könnten! Der Betroffene wird irgendeine logische Erklärung finden wieso diese Vorstellungen doch eintreten könnten. Aber dies wird niemals passieren! Es ist nur der natürliche Drang des menschlichen Gehirns seine Umgebung logisch zu erklären. Und selbst handfeste Beweise können das Gehirn nicht von seiner Arbeit (für alles eine logische Erklärung finden) abhalten. Wie du dein Gehirn dazu bringst an der richtigen Stelle zu suchen erfährst du weiter unten.

 

Folgen einer Panikattacke bzw. einer Panikstörung

  • Keine Gesundheitlichen Schäden

Auch wenn die Symptome einer Panikattacke sehr stark sein können, trägt ein gesunder Körper keinen Schaden davon. Der menschliche Körper hat sich während der Evolution an Todesängste angepasst. Ein körperlich gesunder Mensch kann eine Todesangst und die Symptome einer Panikattacke problemlos überstehen. Die fatalen Folgen einer Panikstörung zeigen sich aber auf anderem Wege.

 

  • Extreme Lebenseinschränkung

Weil Panikattacken oft in bestimmten Situationen auftreten, wie z.B. in engen Räumen, in Menschenmengen, im Supermarkt, beim Warten auf den Bus oder in anderen alltäglichen Situationen, passiert es oft, dass Betroffene diese Orte meiden!

Die Panikstörung bestimmt so vollkommen darüber welche Orte die Betroffenen aufsuchen und welche nicht. Dies kann so weit führen, dass Betroffene ihre Wohnung gar nicht mehr verlassen.

 

Ursachen von Panikattacken

  • Körperliche Krankheit

In manchen Fällen können Panikattacken durch körperliche Erkrankungen oder Mangelzuständen ausgelöst werden. Dies könnte z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion, niedriger Blutzucker, Kalzium oder Vitamin B1 Mangel sein. Auch aus diesem Grund sollte ein Arzt aufgesucht werden!

 

  • Psychische Erkrankungen

Andere Psychische Erkrankungen können ebenfalls für eine erhöhte Anfälligkeit gegenüber Panikattacken sorgen. Dies sind meistens Depressionen, Zwangsstörungen und Psychosen.

 

  • Stress

Auch stressige Lebenssituationen können zu einer Panikattacke führen. Beispiele für stressige Situationen sind: Finanzielle Probleme, Jobverlust, Trauerfall, Feststellung einer schweren Krankheit und Trennungen. (Bei stressempfindlichen Personen können auch noch anderen Lebenssituationen hinzukommen.)

 

  • Persönlichkeitseigenschaften

Die Persönlichkeit einer Person kann dazu tendieren anfälliger für Panikattacken zu sein. Meistens haben Betroffene generell eine erhöhte Angstbereitschaft. Sie geraten also schneller in einen ängstlichen Zustand als andere Menschen. Auch eine überdurchschnittliche Reizempfindlichkeit kann Panikattacken begünstigen.

 

  • Drogenkonsum

Beim Konsum von Marihuana und Kokain kann es zu Angstzuständen kommen. Entweder geschieht dies nach dem Konsum in der High-Phase oder es kann durch langfristigen Missbrauch zu chronischen Angstzuständen und Halluzinationen kommen.

 

  • Medikamente

Durch bestimmte Medikamente kann es ebenfalls zu einen erhöhten Risiko kommen eine Panikattacke zu erleiden. Wenn ein Medikament Angstanfälle begünstigen kann steht dies im Beipackzettel unter Nebenwirkungen. Zur Sicherheit kannst du auch deinen Arzt fragen.

 

Behandlung

Zur Behandlung von Panikattacken sind zwei Herangehensweisen nötig. Zum einen muss es Betroffenen gelingen mit den Symptomen besser umgehen zu können und sie müssen lernen das diese harmlos sind. Dazu gibt es einige Methoden die dies erleichtern. Zweitens muss eine langfriste Lösung her welche dafür sorgt, dass die Panikattacken nicht mehr auftreten.

Wenn deine Panikattacken dich nicht im Alltag einschränken oder du nur leichte Symptome zeigst könnten die kurzfristigen Methoden genügen. Wenn du aber unter starken Symptomen leidest wirst du die langfristigen Methoden (oder eine psychologische Betreuung) brauchen um gesund zu werden.

 

Kurzfristige Methoden – Um Panikattacken besser auszuhalten und die Symptome zu lindern

  • Atemübungen

Zunächst mal sollte von Brust- auf Bauchatmung umgestellt werden. Wie das geht zeigt folgendes Video.

  • Bewegung

Wenn es die Situation zulässt solltest du dich Bewegen. Mache einen Spaziergang oder stemme ein paar Gewichte. Die Hauptsache ist das sich dein Körper in Bewegung bringst.

 

  • Ablenkung

Wenn du dich auf die Symptome konzentrierst werden sie schlimmer. Versuche deine Aufmerksamkeit auf deine Umwelt zu richten. Schau dir Leute aus deiner Umgebung an und beobachte sie (unauffällig). Versuche dich voll und ganz in die andere Person hineinzuversetzen. Frage sich was diese Person gerade vorhat, wohin sie geht oder wo sie gerade her kommt. Frage dich wieso sie genau diese Kleidung trägt, kommt die von der Arbeit oder geht sie auf eine Party? Egal was du machst, wichtig ist nur, dass du deine Aufmerksamkeit voll und ganz auf etwas auf deiner Umgebung richtest.

 

  • Positiv denken

Solltest du dein Gehirn dabei erwischen wie es versucht eine schlimme Folge aus den Symptomen zu prognostizieren (siehe oben), dann rufe dir immer wieder in Erinnerung, dass dies nur ein Streich deines Gehirns ist um eine logische, aber unberechtigte, Erklärung für die Symptome zu finden.

Wichtig: Beachte bitte, dass die oben genannten Methoden nur dazu dienen leichte Panik besser zu überstehen. Für Panikattacken können die im folgenden aufgelisteten Methoden helfen. Besser ist es aber wenn du dir professionelle Hilfe besorgst (z.B. bei einem Psychologen oder Psychiater).

 

Langfristige Methoden um eine Panikstörung loszuwerden

Wie schon öfters erwähnt versucht das menschliche Gehirn immer logische Erklärungen für Geschehnisse in der Umwelt zu finden. Bei Panikattacken führt dies dazu, dass das Gehirn einem vorgaukelt man erwarte eine schlimme Folge. Das Problem dabei ist, dass das Gehirn an der falschen Stelle sucht.

Anstatt in der aktuellen Situation zu suchen, musst du die wahren Ursachen für deine Panikattacken in deine Vergangenheit suchen. Versuche dich an alle Situationen innerhalb der letzten 12 Monate zu erinnern an denen du gestresst warst und die dir Sorgen bereitet haben.

  • Hast du eine Trennung hinter dir?
  • Wurdest du gekündigt?
  • Hast du mit irgendjemanden Streit gehabt?
  • Ist jemand gestorben?
  • Hast du Gewalt erlebt oder gesehen?
  • Hast du ein Baby bekommen?
  • Gab es eine Abtreibung?
  • Hast du ein Studium begonnen?
  • Hast du einen neuen Job oder wurdest du gekündigt?
  • Hast du oder jemand der dir wichtig ist die Diagnose für eine Krankheit bekommen?
  • Herrscht in deinem Job oder in deiner Familie ein schlechtes Klima?

 

6 Schritte um Panikattacken loszuwerden

  1. Erstelle eine Liste mit allen Veränderungen der letzten 12 Monate. Nutze dazu die oben stehenden Fragen als ersten Anhaltspunkt. Schreibe alles auf was sich in deinem Leben verändert hat, auch wenn du es nicht für relevant hältst. Schreibe wirklich alles auf was dir einfällt!
  2. Ergänze die Liste mit passenden Emotionen und Sorgen. Schreibe auf wie du dich fühlst wenn du an die Veränderung denkst.
  3. Such dir eine Vertrauensperson die dir hilft deine Liste zu verbessern. Andere sehen oft Dinge die wir selbst nicht sehen!
  4. Ordne die Liste nach Wichtigkeit. Das was du am liebsten auflösen möchtest steht ganz oben. Die Punkte die dir nicht ganz so wichtig sind stehen ganz unten.
  5. Überlege wie du die einzelnen Probleme lösen kannst und ergänze die Liste mit Lösungsvorschlägen.
  6. Löse die Probleme und frage deine Vertrauensperson ob sie dir dabei hilft.

 

Die Angst überprüfen – Konfrontation

Wie oben beschrieben sind Panikattacken nur eine Fehlreaktion des Körpers. Das Gehirn versucht eine logische Erklärung für die Symptome zu finden und deshalb denken Betroffene oft, dass mit ihnen gleich etwas Schlimmes passieren könnte. Weil Panikattacken aber völlig ungefährlich sind, ist es nötig seinem Gehirn dies zu beweisen. Dazu folgende zwei Schritte. (Für diese Methode könnte es besser sein wenn du dir Unterstützung suchst, z.B. von einer Vertrauensperson oder professionelle Hilfe).

  1. Begib dich in eine Situation in der du wahrscheinlich eine Panikattacke bekommst. Anstatt der Angst aus dem Weg zu gehen musst du sie provozieren. Nur so wirst du lernen, dass sie vollkommen unberechtigt ist.
  2. Während der Panikattacke darfst du keine kurzfristigen Gegenmethoden anwenden. Wenn du dich darauf vorbereitet hast eine Panikattacke zu bekommen und du dann in der Situation bist, dann solltest du dich darauf ausrichten den Höhepunkt der Panikattacke zu erreichen. Nur so wirst du feststellen können, dass die erwarteten Folgen niemals eintreten werden! So kann der Teufelskreis der Panikstörung durchbrochen werden.

 

Siehe auch

 

Weblinks zur Vertiefung

https://www.psog.de/angststoerung-studie/

 

 

Medizinischer Disclaimer

Ich habe diese Informationen nach bestem Wissen recherchiert. Die Informationen aus diesem Text dienen aber nur der allgemeinen Weiterbildung und zur neutralen Information. Sie stellen auf keiner Weise einen Ersatz für eine professionelle Beratung dar. Siehe auch: Medizinischer Disclaimer

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